Sperlingspapageien und andere Tropenvögel haben im Winter besondere Ansprüche an die Temperatur, Beleuchtung und Luftfeuchtigkeit

Sperlingspapageien im Winter

Sperlingspapageien sind Tropenvögel. Deshalb ist es besonders im Winter, wenn Eis, Schnee und Frost herrschen, sehr wichtig ein paar Vorkehrungen zu treffen. Diese sind notwendig, um den kleinen Kobolden die kalte Jahreszeit fernab der Tropen, in denen sie ja eigentlich beheimatet sind, so angenehm wie möglich zu gestalten. Die Jahresdurchschnittstemperaturen in der Heimat der Sperlingspapageien im Amazonasbecken liegen nämlich bei ca. 25°C wie die Klimadiagramme von z.B. Aguas Negras in EcuadorMontepa in Kolumbien oder Tarapoto in Peru zeigen: Es handelt sich um ein typisches Tropenklima mit hohen Temperaturen, viel Niederschlag und hoher Luftfeuchtigkeit.

Sperlingspapageien und andere Tropenvögel haben im Winter besondere Ansprüche an die Temperatur, Beleuchtung und Luftfeuchtigkeit
Sperlingspapageien haben im Winter besondere Ansprüche (die beiden sind übrigens nicht draußen, sondern sitzen auf ihrem Spielplatz am Fenster 😉 )

Im Gegensatz zum tropischen Klima in Südamerika ist das deutsche Klima kühlgemäßigt (Jahresdurchschnittstemperatur ca. 9/10°C (da ist der Sommer übrigens dabei!), viel Niederschlag und eine Luftfeuchtigkeit von ca. 70 – 80 %).
Sperlingspapageien sind NICHT winterhart. Nach den ganzen Informationen zum Klima in der Heimat der Sperlingspapageien ist das aber nicht verwunderlich.

Winter-Temperaturen und Sperlingspapageien

Damit die Sperlingspapageien im Winter nicht erfrieren, sollten sie also am besten drinnen gehalten werden oder, wenn es unbedingt draußen sein muss, nur in einer Außenvoliere mit beheiztem (!) Schutzhaus. Ist kein beheiztes Schutzhaus vorhanden, dann müssen Sperlingspapageien auf jeden Fall reingeholt werden, wenn die Temperaturen draußen unter 15 Grad Celsius fallen.

In den Mindestanforderungen an die Haltung von Papageien vom 10. Januar 1995 heißt es dazu:

Die Temperatur im Schutzraum darf für Cyclopsitta, Deroptyus, Eclectus, Forpus, Geoffroyus, Graydidascalus, Gypopsitta, Micropsitta, Pionites, Pionopsitta, Prioniturus, Psittacella, Psittaculirostris, Psittinus, Psittrichas, Tanygnathus, Triclaria 15°C, für alle anderen 10°C nicht unterschreiten.

Ein Schutzraum ist folgendermaßen definiert:

Schutzraum ist ein allseits geschlossener und beleuchteter Raum, mindestens so hoch wie der Käfig oder die Voliere, mit Ein- und Ausflugöffnung, der entsprechend den Temperaturansprüchen der betreffenden Art temperiert werden kann.

Das Problem mit der geringen Raumluftfeuchtigkeit im Winter

Obwohl die Luftfeuchtigkeit im südamerikanischen Lebensraum der Sperlingspapageien nicht extrem viel höher ist als hier in Deutschland, muss man bedenken, dass die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen im Sommer ca. 60 % beträgt, im Winter durch die Heizung aber ratzfatz auf 40 % und weniger fallen kann. Für uns Menschen mag das gerade noch gehen, aber wenn die empfindlichen Atemwege der Sperlingspapageien austrocknen, dann kann das zu Atemnot führen oder langfristig auch zu Aspergillose (Pilzinfektion der Atemwege oder Organe). Im Winter sollte die Luftfeuchtigkeit deshalb immer mit einem Hygrometer überwacht und bei Bedarf künstlich oder natürlich erhöht werden.

Welche Möglichkeiten es gibt, um im Winter die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, habe ich bereits in einem anderen Artikel zusammengetragen:

Raumklima und Luftfeuchtigkeit für Sperlingspapageien

Licht für Sperlingspapageien in den dunklen Wintermonaten

Neben der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit spielt außerdem eine gute, helle UV-Beleuchtung eine wichtige Rolle, damit Sperlingspapageien (und natürlich auch alle anderen Papageien und Vögel) auch an den eher dunklen und trüben Wintertagen (schneeweiße Landschaften und Sonnenschein sind ja leider eher die Ausnahme) nicht nur faul rumsitzen, sondern aktiv sind und vor allem ihre Artgenossen und das Futter richtig sehen zu können. Vogelaugen sind nämlich – im Gegensatz zu Menschenaugen – in der Lage auch Licht im UV-Bereich wahrnehmen. Da das für die Vitamin-D-Bildung wichtige UV-B-Licht von den modernen Fensterscheiben rausgefiltert wird, müssen Sperlingspapageien und andere Papageien und Vögel, die nicht mit natürlichem Tageslicht in Berührung kommen dieses Defizit ausgleichen können. Das kann entweder durch Nahrungsergänzungsmittel geschehen (bitte immer(!) mit einem vogelkundigen Tierarzt absprechen, da eine Überdosierung tödlich enden kann!) oder mittels spezieller UV-Beleuchtung. Die Beleuchtung setzt sich aus einer Kombination von Grundbeleuchtung, die den ganzen Tag an ist und einem speziellen Sonnenspot (70 W Metalldampflampe), der täglich oder alle paar Tage ein paar Stunden an ist, zusammen.

Wie genau das mit der Beleuchtung funktioniert, welche Leuchtmittel empfehlenswert sind und wie das ganze angebracht werden kann, steht im Artikel zur Beleuchtung, der zu diesem Thema Licht ins Dunkle bringt:

UV-Beleuchtung für Vögel

Mit Obst und Gemüse gegen den Winterblues

Frischkost wie Obst und Gemüse aber auch Kräuter und frische, gut gereinigte Äste, sollen natürlich nicht nur im Winter, sondern das ganze Jahr über auf dem Speiseplan von Sperlingspapageien und allen anderen Sittichen, Papageien und Vögeln stehen. Vitamine und Mineralstoffe sind für zahlreiche Stoffwechsel- und Wachstumsprozesse notwendig und da der Vogelkörper diese nicht selbst herstellen kann, müssen sie mit der Nahrung zugeführt werden. Das gilt übrigens nicht nur für Vögel, sondern auch für uns Menschen 😉

Welches Obst und Gemüse für Sperlingspapageien und Co. geeignet ist, habe ich in diesem Artikel zusammengefasst:

Obst und Gemüse für Sperlingspapageien

Mit all diesen Tipps und Tricks kommen auch Tropenvögel wie Sperlingspapageien fit und gesund durch die dunkle, kalte Jahreszeit! Sollten sich die Vögel dennoch auffällig verhalten, muss schnellstmöglich ein vogelkundiger(!) Tierarzt aufgesucht werden!

 

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