Sperlingspapagei kühlt sich bei Hitze ab

Sperlingspapageien im Sommer

Der Sommer hat viele schöne Seiten, allerdings können Menschen und Tiere auch unter den hohen Temperaturen und überhitzen Räumen leiden. Damit Vögel in Wohnungshaltung die warme Jahreszeit gut überstehen, sollte man als Halter verschiedenen Dinge im Auge behalten, um bei Bedarf einzugreifen bzw. Abhilfe zu schaffen.

Wärmestau / Hitzschlag bei Vögeln erkennen und verhindern

Anders als Menschen können Vögel nicht schwitzen und müssen ihre Körpertemperatur deshalb anders regulieren. Wenn es Vögeln zu warm wird, dann lassen sie deshalb die Flügel zunächst leicht hängen. Später spreizen sie die Flügel ab, weil so das Blut, das durch den Körper fließt durch die Luft etwas abkühlen kann. Bei sehr großer Hitze öffnen Vögel den Schnabel und beginnen (wie Hunde) zu hecheln, damit frische Luft durch ihren Körper zirkulieren kann und sie so von innen heraus abzukühlen können. Wenn diese Anzeichen zu erkennen sind, sollte man als Vogelhalter schnell für Kühlung sorgen:

  • Die Vögel in einen kühleren Raum bringen, z.B. ein Raum mit Nordausrichtung (falls vorhanden auch ein klimatisierter Raum, wobei die Klimaanlage nicht auf eiskalt eingestellt sein darf, da zu große Temperaturunterschiede sehr anstrengend ist).
  • Mit einem Ventilator für kühlere Luft sorgen.
  • Frisches, kaltes Wasser anbieten (kein eiskaltes Wasser!).
  • Die Vögel (oder auch nur die Füße) mit lauwarmen Wasser besprühen (dann darf aber keine Zugluft vorhanden sein, da sich die Vögel sonst erkälten).
  • Ein nasses Tuch über den Käfig legen, da durch die Verdunstung des Wassers die Luft abkühlt.

Obwohl die meisten Vögel, die hierzulande als Haustiere gehalten werden ursprünglich aus Regionen kommen, die sehr warm sind, sollte man immer bedenken, dass die meisten Tiere durch die Wohnungshaltung nicht wirklich an so hohe Temperaturen gewöhnt sind. Damit es also gar nicht erst zu einem Wärmestau / Hitzschlag oder anderen Problemen kommt, kann man mit einigen Maßnahmen vorbeugen:

Immer frisches, sauberes Wasser bereitstellen

Frisches, sauberes Wasser muss immer zur Verfügung stehen, damit die Sperlingspapageien (und natürlich auch alle anderen Haustiere!) nicht verdursten. Besonders im Sommer sollte das Wasser aber mindestens zwei Mal täglich gewechselt werden, da sich Keime und Bakterien bei warmen Temperaturen besonders wohlfühlen und sich viel schneller vermehren. Deshalb ist es auch wichtig, dass der Wassernapf nicht in der prallen Sonne steht. Das Wasser sollte kühl aber nicht eiskalt sein.

Schattiger Standort für den Vogelkäfig

Ebenso wie der Wassernapf sollte auch der gesamte Vogelkäfig niemals (weder drinnen noch draußen) komplett in der Sonne stehen, sondern die Vögel müssen immer die Möglichkeit haben in den Schatten auszuweichen. Andernfalls drohen Sonnenstiche, Hitzschläge und Dehydration, was schnell tödlich enden kann.
Wenn der Käfig in einem Zimmer mit Sonneneistrahlung steht, dann sollten Halter dringend darauf achten, dass der Käfig niemals ganz in der Sonne steht und gegebenenfalls einen Sonnenschutz am Fenster anbringen.
Wir haben aus diesem Grund an den Süd- und Ost-Fenstern im Vogelzimmer weiße Alu-Jalousien* angebracht, da diese so eingestellt werden können, dass keine direkte Sonne ins Zimmer kommt aber der Raum trotzdem nicht komplett abgedunkelt ist. Sehr praktisch!

Obst und Gemüse verdirbt im Sommer schneller

Auch auf frischem Obst und Gemüse vermehren sich Keime und Bakterien bei warmen Temperaturen viel schneller. Besonders süßes Obst sollte deshalb nur maximal eine Stunde zur Verfügung gestellt werden, Gemüse höchstens zwei Stunden. Im Sommer ist es deshalb empfehlenswert mehrmals am Tag kleine Portionen an Obst und Gemüse anzubieten – dann haben auch Fruchtfliegen keine Chance.

Bademöglichkeit anbieten

Sperlingspapagei im Sommer
Freddy testet den Pool

Besonders im Sommer sollte darauf geachtet werden, dass den Vögeln neben frischem Trinkwasser auch immer eine Bademöglichkeit mit frischem, sauberen Wasser (ohne Zusätze!) zur Verfügung steht. Das kann auch ein einziges Behältnis (Trinken und Baden) sein, da Vögel nicht zwischen Trink- und Badewasser unterscheiden. Da Vögel auch vom Badewasser trinken, sollte es ebenso wie das Trinkwasser zwei Mal täglich gewechselt werden. Das Badegefäß sollte ca. nur so hoch mit Wasser gefüllt sein, dass der Bauch das Wasser berührt, wenn die Vögel im Badegefäß stehen.

Als Badegefäß eignen sich:

  • Große Wassernäpfe*
  • Tiefe Teller.
  • Schüsseln oder Wannen.
  • Nasses Möhrengrün (bio!), das in eine Schale gelegt wird
  • Luxusvariante: Vogeldusche (fertig kaufen oder mit einer Aquarienpumpe, Aquarienschlauch und Plastikbox selbst basteln – bei beiden Varianten bitte unbedingt den Schlauch und die Wanne regelmäßig mit einer Schlauchbürste und Zitronensäure reinigen).

Ventilatoren vogelsicher einsetzen

Ventilatoren sind im Sommer eine angenehme Sache, werden von Vögeln aber auch gerne als Anflugsort genutzt (das betrifft vor allem Deckenventilatoren). Deckenventilatoren, die betrieben werden, wenn die Vögel Freiflug haben, können für die Vögel schnell zur Todesfalle werden, wenn sie in die Rotorblätter fliegen. Deckenventilatoren sollten in einem Zimmer mit Vögeln deshalb nur genutzt werden, wenn die Vögel im Käfig sind. Im Schutzgitter von Tisch- und Standventilatoren können sich Vögel (wenn es blöd läuft) einklemmen. Diese sollten deshalb nur unter Aufsicht und möglichst weit weg vom Käfig oder den Aufenthaltsorten der Vögel betrieben werden. Der Luftzug des Ventilators sollte auch nicht direkt auf die Vögel gerichtet sein, da das auf die Dauer unangenehm sein kann.

Wir nutzen zur Abkühlung und Bewegung der Raumluft im Sommer gerne einen Standventilator. Wilma und Freddy hatten zuerst sehr viel Angst (wahrscheinlich, weil sie die Bewegung der Rotorenblätter nicht als flüssige Bewegung, sondern die Bewegung der Rotorenblätter einzeln wahrnehmen – wir erinnern uns: Vögel können wesentlich mehr Einzelbilder in einer Sekunde wahrnehmen als Menschen…). Inzwischen haben sie sich aber daran gewöhnt. Natürlich ist der Ventilator dabei nicht auf den Käfig oder andere beliebte Aufenthaltsorte gerichtet und wir lassen die beiden auch nicht unbeaufsichtigt, wenn der Ventilator läuft.

Übermäßig starke und sehr kalte Zugluft vermeiden

Genau wie Menschen sollten auch Vögel nicht starker und sehr kalter Zugluft ausgesetzt sein, da es hier passieren kann, dass beim Vorhandensein eines Erkältungserregers und viel Stress (darunter fällt auch starke Unterkühlung) eine Erkältung entstehen kann. Eine extrem kalt eingestellte Klimaanlage, deren Luftstrom direkt auf die Vögel gerichtet ist, kann also durchaus eine Erkältung begünstigen.

Normalerweise verursacht Zugluft aber bei relativ warmen Außentemperaturen keine Erkältung, sodass Zugluft in den kühleren Morgen- und Abendstunden im Sommer auch für die Vögeln eine schöne Abkühlung darstellt. Im Hinblick auf z.B. Aspergillose ist Zugluft für die Vögel sogar besser als stehende Zimmerluft.

(Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels habe ich vor Zugluft gewarnt, da diese Erkältungen und Augenentzündungen hervorrufen könnte. In einer Facebookgruppe wurde ich jedoch darauf hingewiesen, dass dies eher ein Mythos ist, was, wenn man genauer darüber nachdenkt auch sinnvoll ist, da Vögel ja auch sehr viel Zugluft ausgesetzt sind, wenn sie fliegen. Dr. Britsch hat sich dazu in einer Papageienzeitschrift geäußert (WP 3 2016, S. 43) und kam zu dem Schluss, dass es aufgrund der oben genannten Gründe äußerst unwahrscheinlich ist, dass Papageien sich durch etwas Zugluft erkälten können.)

Vorsicht beim Sonnenbaden

Das warme Wetter bietet sich natürlich an, um Wohnungsvögeln auch mal draußen frische Luft und Sonne zu gönnen. Hierbei sollte man allerdings einige Dinge beachten, damit das Sonnenbad nicht in einer Tragödie endet:

  • Nur ein stabiles Transportbehältnis nehmen und Schwachstellen wie leichtgängige Türen mit einem kleine Edelstahl-Vorhängeschloss sichern; Keine Käfige verwenden, die Aussparungen für Einhängenäpfe und Badewannen haben, da die Näpfe und Wannen sich lösen könnten und die Vögel dann ungehindert entkommen können.
  • Vögel niemals in die pralle Sonne stellen, sondern immer darauf achten, dass auch ein schattiges Plätzchen und frisches Wasser vorhanden ist, um Hitzschläge, Wärmestaus und Dehydration zu vermeiden.
  • Niemals unbeaufsichtigt draußen stehen lassen, da Katzen leicht an den Käfig können und sich die Vögel vor Raubvögeln erschrecken  können.
  • Käfig mit mindestens einer Seite an eine Wand stellen, damit sich die Tiere nicht zu schutzlos vorkommen (Stress).
  • Vögel nicht bei extremer Hitze nach draußen stellen, wenn die Tiere sonst nur einigermaßen erträgliche Raumtemperaturen gewohnt sind.

Wenn all diese Dinge beachtet werden, dann steht einem schönen Tag an der frischen Luft nichts mehr im Wege.

Gefahren durch geöffnete Fenster und Türen

Im Sommer sind Fenster und Türen öfter mal offen. Das birgt einige Gefahren: Bei geöffneten Fenster und Türen können Vögel leicht rausfliegen und kleine Vögel können sogar schon durch gekippte Fenster leicht entkommen. Das kann durch ein Vogelgitter oder ein stabiles (!) Fliegengitter verhindert werden. Vögel können sich aber auch einklemmen, wenn z. B. durch Zugluft oder einen Windstoß die Tür zufällt und gerade ein Vogel darauf sitzt. Im Artikel zum vogelsicheren Zimmer habe ich noch weitere Gefahren aufgelistet und wie man diese eindämmen kann.

Fruchtfliegen vermehren sich bei Wärme rasant

So sehr Fruchtfliegen (die auch als Essigfliegen, Obstfliegen, Taufliegen… bekannt sind) auch nerven: Für Menschen sind sie nicht schädlich und auch das Obst auf dem die Minifliegen saßen, kann weiterhin von Menschen gegessen werden, wenn es ansonsten noch gut ist. Ziervögeln (dazu gehören Sperlingspapageien, Wellensittiche und Co.) sollten befallenes und beschädigtes Obst allerdings besser nicht mehr bekommen, da Fruchtfliegen Hefepilze mit sich herumtragen und sobald die Obstschale beschädigt ist, gelangen die Fruchtfliegenlarven auch ins Fruchtfleisch und verteilen dort die Mikroorganismen, sodass das Obst schneller gärt. Hefepilze und Bakterien sind zwar auch von Natur aus auf allen Früchten vorhanden, lassen sich von einer intakten Schale aber gut mit warmen Wasser abspülen.

Fallobst hat häufig kleine Schäden und zieht deshalb schnell Fruchtfliegen an (via pixabay)

Um Fruchtfliegen zu bekämpfen bzw. einer Fruchtfliegeninvasion vorzubeugen, ist es zunächst einmal gut zu wissen, wie diese in die Küche gelangen. Das kann auf zwei verschiedene Weisen geschehen: Entweder kommen die Fruchtfliegen durch offene Fenster zum Obst oder die winzigen Eier sind schon auf dem Obst, wenn dieses ins Haus getragen wird. Dabei ist es egal, ob das Obst gekauft wurde oder aus dem Garten kam, denn sobald die Schale nicht mehr intakt ist werden die kleine Mücken wie magisch von der beschädigten Stelle angezogen und die Weibchen setzen bis zu 400 Eier darauf ab. Aus diesen Eiern schlüpfen dann bald Larven und die neue Generation kann nach ca. 10 Tagen neue Eier legen. In ein paar Wochen können das dann sehr, sehr viele Fruchtfliegen sein.

Um es gar nicht erst zur Vermehrung kommen zu lassen, ist es wichtig vorzubeugen:

  • Obst nur in kleinen Mengen kaufen und schnell verbrauchen (vor Verzehr gründlich waschen).
  • Obst im Kühlschrank lagern (oder falls die Obstsorte das nicht zulässt unter einer Insektenschutzhaube*).
  • Keine Speisereste herumstehen lassen, leeren Wein-, Essig- oder Saftflaschen nicht offen herumstehen lassen und dem Müll häufiger rausbringen, da Fruchtfliegen von all diesen Dingen angelockt werden.

Falls es die kleinen Fliegen trotzdem geschafft haben zum Obst zu kommen, sollten sie sofort bekämpft werden, da sie sich rasend schnell vermehren. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Fruchtfliegenfalle kaufen* (Lebendfalle).
  • Fruchtfliegenfalle selbst basteln: Wasser, Saft, Essig in ein Glas mischen und einen winzigen (!) Tropfen Spülmittel dazu, da durch das Spülmittel die Oberflächenspannung des Wassers zerstört wird und die Fliegen darin ertrinken).
  • Lebendfalle selbst basteln: Obstreste (Bananenschalen, Apfelgehäuse etc.) in eine offene Plastik- oder Papiertüte legen und wenn die Fliegen in der Tüte sind diese vorsichtig verschließen und die Fruchtfliegen draußen (weit weg vom Obst) rauslassen.
  • Für Pflanzenfans: Fleischfressende Pflanzen neben das Obst stellen.

Bei all diesen Fallen sollte man aber immer im Hinterkopf behalten, dass durch die Fallen neue Fruchtfliegen angelockt werden können. In dieser Zeit sollten deshalb Fenster und Türen nicht unnötig offen sein oder die Fenster zum Beispiel durch Fliegengitter* geschützt werden.

 

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2 Gedanken zu “Sperlingspapageien im Sommer”