Sperlingspapageien fressen Karotte

Obst und Gemüse für Sperlingspapageien

Frischfutter wie Obst und Gemüse ist neben dem Körner-Futter ein wichtiger Bestandteil der ausgewogenen Ernährung von Sperlingspapageien und natürlich auch von allen anderen Papageien. Wie viel und welches Obst und Gemüse gefüttert wird ist natürlich von der Papageienart abhängig. Idealerweise sollte aber mehr Gemüse als Obst gefüttert werden, da Obst viel Fruchtzucker enthält welches wiederum die Bildung von Hefepilzen im Kropf begünstigen kann.
Andere Papageienarten haben andere Ansprüche, so ernähren sich z. B. Loris (Honigpapageien) hauptsächlich von Nektar aber auch weichem Obst und Agaporniden (Unzertrennliche) benötigen täglich sehr viel Gemüse und Obst.

Wir haben durch viel Ausprobieren herausgefunden, dass besonders Kiwi aber auch Salatgurke und Karotte und manchmal auch Apfel und Birne sehr gerne von unseren beiden Sperlingspapageien gefressen werden. Andere Sperlingspapageien lieben beispielsweise Himbeeren, Erdbeeren, Brokkoli und Fenchel (roh oder gedünstet). Hier gilt es, möglichst viel anzubieten, geduldig zu sein und zu hoffen, dass irgendwann mal etwas den Geschmack der kleinen Schnäbelchen trifft 🙂

Obst- und Gemüsemix Sperlingspapagei
Lieblingsfrischfutter: Eindeutig die Kiwi

Wir füttern übrigens immer nur eine Sorte Gemüse bzw. Obst pro Tag, da sonst die weniger beliebte Obst- bzw. Gemüsearten einfach nicht angerührt werden (siehe Bild).
Ich habe auch schon versucht die kleinen Vögelchen „auszutricksen“ und verschiedene Obst- und Gemüsesorten in ganz kleine Würfel geschnitten und gut vermischt. Das Ergebnis: Die beiden haben mich fragend angeschaut und schon fast vorwurfsvoll nur die Kiwiwürfelchen herausgesucht und gefressen. Ein Versuch war es aber wert. Die Karottenwürfelchen, die neben den geliebten Kiwiwürfelchen ignoriert wurden, wurden übrigens am nächsten Tag, als ich sie wieder einzeln und in Scheiben angeboten habe, mit Begeisterung verputzt… Sperlilogik halt 😉

Pfirsich, Erdbeere, Wassermelone, Honigmelone, Mango, Kaki, Banane und Granatapfelkerne haben wir auch schon des Öfteren einzeln angeboten, aber all dieses Obst wurde keines Blickes gewürdigt – beim Granatapfel zu unserem Glück 😉

Ich möchte unbedingt auch mal Drachenfrucht anbieten, weil ich neugierig bin, ob die beiden diese Frucht wegen den kleinen, schwarzen, kiwiähnlichen Kernen eine Chance geben. Bisher konnte ich allerdings noch keine finden. Falls jemand einen Tipp hat, wo ich die bekommen könnte, gerne einen Kommentar hinterlassen 🙂

Obst und Gemüse schmackhaft machen

Da nicht alle Papageien von Anfang an gerne Obst und Gemüse fressen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, um das Frischfutter schmackhaft zu machen:

  • Auf verschiedenen Arten anbieten:
    • in Stückchen oder in Ringe geschnitten,
    • geraspelt,
    • gedünstet,
    • an Edelstahlspießen hängend,
    • püriert,
    • unter das Körnerfütter gemischt,
    • mit Körnern garniert,
    • getrocknet (bei gekauften Produkten bitte darauf achten, dass keine Zusatzstoffe verwendet und nicht geschwefelt wurde)
  • Etwas rabiater: Morgens nur Obst/Gemüse anstatt Körnerfutter anbieten. Da Papageien morgens fressen müssen, um in Gang zu kommen, werden sie das fressen, was da ist und das ist dann eben das Obst/Gemüse. Gegen Mittag bekommen sie dann ihr gewohntes Körnerfutter.

Hinweis: Trotz sorgfältiger Recherche übernehme ich für die Vollständigkeit und Richtigkeit der folgenden Angaben und Informationen in diesem Artikel keine Gewähr und empfehle, im Zweifelsfall lieber auf Nummer sicher zu gehen und keine Experimente zu machen, sprich: nur Frischfutter anbieten, bei dem man sich 100 % sicher ist!

Obst für Sperlingspapageien und andere Vögel

Für alle Obstsorten gilt: Bitte aufgrund des hohen Fruchtzuckergehalts nur in geringen Mengen verfüttern und möglichst darauf achten, dass es sich um Bio-Obst handelt! Alle Obstsorten bitte vor dem Verfüttern gründlich waschen und besonders exotische Obstsorten auch schälen, um Pestizide, Wachse oder Pilzmittel zu entfernen.

Sperlingspapagei frisst Kiwi
Kiwi geht immer und die Kerne werden mit Begeisterung durch die Gegend geschleudert
  • Ananas (nur frisch (nicht aus der Dose!) und ohne Schale anbieten)
  • Apfel (ohne Kerne!; Bioäpfel auch mit Schale; süßliche und mehlige Sorten werden bevorzugt)
  • Aprikose (reife Früchte ohne Kern; leicht verderblich, deshalb nur ein paar Stunden anbieten)
  • Banane (geschält)
  • Birne (Frucht)
  • Erdbeere (wirkt harntreibend, deshalb nicht für Tiere mit Nierenproblemen geeignet)
  • Feige (nur die reifen Früchte, leicht verderblich, deshalb nach 3-4 Stunden wieder entfernen)
  • Granatapfel (die Kerne, Achtung, Riesensauerei!)
  • Kaki/Sharonfrucht (Fruchtfleisch der vollreifen Früchte ohne Schale)
  • Kirschen (Frucht ohne Kern!)
  • Kiwi (die Frucht ohne Schale; besonders die Kerne werden gerne gefressen)
  • Litschi (geschält und ohne Kern)
  • Mandarine (Fruchtspalte ohne Haut und ohne Kerne, nur selten und nur in kleinen Mengen anbieten)
  • Mango (Fruchtfleisch ohne Schale und ohne Kern)
  • Melone (Fruchtfleisch und Kerne; nur in geringen Mengen verfüttern)
  • Mirabelle (Frucht ohne Kern)
  • Nektarine (Frucht ohne Kern)
  • Orange (Fruchtspalte ohne Haut, nur selten und nur in kleinen Mengen anbieten)
  • Papaya (Fruchtfleisch und Kerne)
  • Pfirsich (Frucht ohne Kern)
  • Pflaume (reife Früchte ohne Kern)
  • Pomelo (Fruchtspalte ohne Haut, nur selten und nur in kleinen Mengen anbieten)

Gemüse für Sperlingspapageien und andere Vögel

Für alle Gemüsesorten gilt: Vor dem Verfüttern gut abwaschen und ggf. Schälen. Manche Gemüsesorten können sowohl roh als auch gekocht bzw. gedünstet angeboten werden.

Sperlingspapageien, die Karotte fressen
Karotte wird gerne gefressen – vor allem die Mitte
  • Blattsalat (kann durch den hohen Wassergehalt kurzzeitig Durchfall verursachen, möglichst nur selbstgezogenen Salat bzw. im Sommer regional angebauten Salat verfüttern und im Winter nicht anbieten, da der Salat aufgrund von Wärme- und Lichtmangel viel Nitrat enthält)
  • Blumenkohl (roh oder gedünstet (ohne Salz!))
  • Brokkoli (roh oder gedünstet (ohne Salz!))
  • Chicorée (Blätter ohne Stunk)
  • Endivie (Blätter und Samenstände, nicht nicht für Tiere mit Nierenproblemen geeignet)
  • Erbsen (nur gekocht (ohne Salz); aufgrund des hohen Eiweißgehalt nur selten und in geringen Mengen)
  • Fenchel (Knolle und Kraut)
  • Gurke (siehe Salatgurke)
  • Karotte (Wurzel und Kraut (möglchst bio und vorher gut abwaschen))
  • Kohlrabi (die Knolle roh oder gedünstet (ohne Salz!), junge Blätter und deren Stiele)
  • Kürbis – nur Speisekürbis (Fruchtfleisch und Kerne (diese aber nur in kleinen Mengen, da diese sehr fettig und harntreibend sind))
  • Mais (halbreife Kolben in Ringe geschnitten oder gebrochen aufhängen oder als (ungesüßtes/ungesalzenes) Popcorn aus der Microwelle zum Schreddern)
  • Mangold (Blätter und Stiele, enthält Oxalsäure und ist deshalb nicht für Tiere mit Nierenproblemen geeignet)
  • Möhre (s. Karotte)
  • Pastinake (die Wurzel in sehr kleinen Mengen)
  • Radieschen (Knolle, Wurzel, Blätter; nur frische Bio-Radieschen oder Radischen aus dem eigenen Garten)
  • Rosenkohl (gedünstet oder gekocht (ohne Salz); nur in geringen Mengen)
  • Rote Bete (Rübe, Stängel und Blätter; nur in geringen Mengen anbieten; kann den Kot rot färben; Achtung, Riesensauerei!)
  • Rucola (kann durch den hohen Wassergehalt kurzzeitig Durchfall verursachen; möglichst nur selbstgezogenen Salat bzw. im Sommer regional angebauten Salat verfüttern und im Winter nicht anbieten, da der Salat (aufgrund Wärme- und Lichtmangel) viel Nitrat enthält)
  • Salatgurke (nur verfüttern, wenn diese nicht bitter ist)
  • Sellerie (Knolle, Kraut und Blattstiele; nur selten und nur in geringen Mengen)
  • Süßkartoffeln (Knolle, roh oder gekocht (ohne Salz))
  • Zucchini (nur wenn sie nicht bitter ist)

Beeren und Beerenobst für Sperlingspapageien und andere Vögel

Ebereschenbeeren für Sperlingspapageien
Körnerfutter, das mit getrockneten Ebereschenbeeren verfeinert wurde
  • Aronia/Apfelbeere (nur die reifen Beeren, Achtung, Riesensauerei)
  • Berberitze (nur die reifen Beeren, der Rest der Pflanze ist giftig!)
  • Blaubeere (siehe Heidelbeere)
  • Brombeere (nur die reifen Beeren in Maßen, wegen dem hohen Zuckergehalt, Achtung, Riesensauerei!)
  • Cranberry/Kranbeere (reife Beeren)
  • Ebereschenbeere/Vogelbeere (aufgrund des hohen Fruchtzuckergehalts nur in geringen Mengen verfüttern)
  • Feuerdorn (nur die reifen Beeren, wegen der Verletzungsgefahr durch die Dornen die reifen Beeren einzeln anbieten)
  • Hagebutte (reife Früchte, am besten halbiert anbieten)
  • Heidelbeere (nur die reifen Beeren, Achtung, Riesensauerei!)
  • Himbeere (nur die reifen Beeren und nur kurz anbieten, da Himbeeren schnell verderben, Achtung, Riesensauerei!)
  • Holunderbeere (nur die reifen, schwarzen Beeren und die Blüten, der Rest (Blätter, Rinde, unreife Früchte) ist giftig)
  • Johannisbeere (reife Beeren, Achtung, Riesensauerei!))
  • Mahonie (nur die Beere und diese nur in Maßen (harntreibend) und deshalb nur für Vögel ohne Nierenprobleme)
  • Sanddorn (nur die reifen Beeren, wegen der Verletzungsgefahr durch die Dornen die reifen Beeren einzeln anbieten)
  • Stachelbeere (reife Beeren (am besten halbiert), wegen dem hohen Zuckergehalt nur in geringen Mengen verfüttern)
  • Weißdorn (reife Beeren)

Eine große Auswahl an getrocknetem Obst, Gemüse, Beeren und Beerenobst findet man z. B. bei Birdbox, der Körnerbude oder Mixerama. Natürlich kann man auch selbst trocken 😉
Und ja, ich weiß, dass es sich bei den oben aufgeführten „Beeren“ zum größten Teil nicht um Beeren im botanischen Sinne handelt (dazu gehören nämlich neben den Johannisbeeren, Preiselbeeren und Heidelbeere u.a. auch Kürbisse und Tomaten 😉 ), sondern um Beerenobst, worunter allgemein Obstarten verstanden werden, die die Eigenschaften weich, klein, rundlich haben.

Frischfutter Sperlingspapageien
Um Streit zu vermeiden hat jeder Sperlingspapagei einen eigenen Napf

Giftig für Sperlingspapageien und andere Vögel

Nicht alles, was für Menschen ungefährlich ist, ist auch für Papageien ungefährlich und umgekehrt (z. B. sind Vogelbeeren für Menschen giftig, Vögel können diese aber problemlos fressen und lieben es, diese z. B. im getrockneten Zustand auszuhöhlen).

Für Papageien giftig und/oder schädlich sind:

  • Apfelkerne (enthalten Amygdalin, das im Körper zu Blausäure umgewandelt wird)
  • Avocado (enthalten die giftige Substanz Persin)
  • Aprikosenkerne (enthalten Amygdalin, das im Körper zu Blausäure umgewandelt wird)
  • Beeren und Beerenobst (wenn unreif)
  • Erdnüsse (v.a. die Schalen sind häufig mit Schimmelsporen besetzt, die bei Papageien Aspergillose auslösen können)
  • Flieder (schwachgiftig; wenn, dann nur in Maßen – aber lieber auf andere Pflanzen ausweichen, die ungiftig sind)
  • Hülsenfrüchte, roh (Mungbohnenkerne, Erbsen und Bohnen können aber als Kochfutter angeboten werden)
  • Kirschkerne (enthalten Blausäure)
  • Bittermandeln (enthalten Amygdalin, das im Körper zu Blausäure umgewandelt wird)
  • Spargel (wird häufig nicht vertragen und die Vögel übergeben sich, harntreibend)
  • Zitrusfrüchte (nicht bei Nierenproblemen verfüttern)

„Essen für Menschen“

  • Alkohol
  • Brot
  • Butter
  • Kaffee
  • Milch
  • Pizza
  • Salziges
  • Schokolade
  • Süßigkeiten
  • Wurst
  • Zucker
  • usw.

Umstritten: Nachtschattengewächse

Nachtschattengewächse enthalten Solanin, welches schwach giftig ist. Aus diesem Grund gebe ich meinen Sperlis gar keine Nachtschattengewächse, zumal die unreifen Früchte, der grüne Stunk und die Pflanze ansich ebenfalls leicht giftig sind. Andere Vogelhalter mögen das anders sehen, aber mir ist das Risiko einer Vergiftung bei einem so kleinen Vogelkörper wie dem eines Sperlingspapageies einfach zu hoch. Zu den Nachtschattengewächsen gehören unter anderem:

  • Aubergine
  • Chili / Peperoni
  • Kartoffel
  • Paprika
  • Peperoni
  • Physalis
  • Tomate

Nahrungsergänzungsmittel?

Gesunde Sperlingspapageien, die ausgewogenen ernährt werden (gutes Körnerfutter oder gute Pellets, mehrmals wöchentlich verschiedenen Gemüse- und Obstsorten, ab und zu Keim- und Quellfutter (hier ist sehr sorgfältig auf die Hygiene zu achten!), immer Grit zur Verfügung haben und genug UV-B-Licht für die Vitamin D-Bildung abbekommen, benötigen keine künstlichen Nahrungsergänzungsmittel oder Vitaminzusätze. In der falschen Dosierung schaden diese Mittel sowieso mehr als dass sie nützen und bei Überdosierung können diese Mittel auch tödlich wirken.

Natürlich gibt es Situationen und Phasen, in denen Nahrungsergänzungsmittel nötig sind (z. B. bei der Mauser, Krankheit, Brut oder anderen großen Strapazen). Jedoch sollten diese Zusätze nur mit großer Sorgfalt und nur in Absprache mit einem vogelkundigen Tierarzt verabreicht werden.

Grit und ein Mineralstein müssen immer verfügbar sein, damit die kleinen Kobolde sich selbstständig mit den Mineralien versorgen können, die sie gerade benötigen. Grit ist außerdem für die Verdauung notwendig!

 

Weitere gute Quellen für geeignetes Frischfutter:

Nymphensittichseite (große Datenbank mit vielen Informationen zu fast allen Obst- und Gemüsesorten, Gräsern und Beeren)

Papageienschutz-Centrum Bremen e. V. (kurz und knackig)

welli.net (mit Informationen zu Vitaminen und Mineralstoffen in den verschiedenen Obst- und Gemüsesorten)

 

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2 Gedanken zu “Obst und Gemüse für Sperlingspapageien”