Sperlingspapagei im Kletterturm

Die Einrichtung des Sperlingspapageien-Käfigs

Die Sperlingspapageien-Käfigeinrichtung (und das Freiflugzimmer) sollten abwechslungsreich gestaltet sein und den kleinen Papageien viele Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten bieten. Dieser Post beschäftigt sich damit, wie die geeignete Käfigeinrichtung aussehen sollte und was absolut nicht in den Sperlingspapageien-Käfig gehört.

Grundsätzliches zur Käfigeinrichtung für Sperlingspapageien

Falls Plastikstangen oder Rundholzstangen beim Käfig dabei sind, sollten diese durch Naturholzstangen mit unterschiedlichen Dicken ersetzt werden. Bei gleichdicken Stangen werden die Füße namlich immer an den gleichen Stellen belastet, was zu Fehlstellungen und Geschwüren führen kann. Durch die unterschiedlichen Dicken werden außerdem die Füßchen der Sperlingspapageien trainiert und die Rinde dient gleichzeitig als Knabberspaß. Besonders toll zum Knabbern sind Korkstangen, da diese eine besonders dicke Rinde haben, mit der die Sperlingspapageien dann länger beschäftigt sind. Neben Stangen bieten sich auch Seile, Schaukeln, Ringe und Spiralen aus Seil oder Holz an. Für die Käfiggrundausstattung gibt es z. B. auch Basis-Sets*, in denen das wichtigste enthalten ist. Nach und nach wird aber sowieso einiges an Spielzeug dazukommen, versprochen 😉 Es lohnt sich auch immer einen Blick in die Nager-Abteilung zu werfen, da auch dieses Spielzeug für Sperlingspapageien geeignet sein kann, wie z. B. Brücken oder Sitzbretter für Hamster.

Die Hamsterbrücke ist auch ideal für die Einrichtung von Sperlingspapageien-Käfigen geeignet
Sperlingspapageien-Käfigeinrichtung mit Hamsterbrücke

Das Spielzeug sollte allerdings immer so konzipiert sein, dass es keine kleinen, abtrennbare Teile enthält (z. B. der Klöppel eines Glöckchen), an denen sich die Vögel verschlucken könnten. Bei buntem Holz sollte man sich sicher sein, dass Lebensmittelfarbe zum Färben verwendet wurde, da sonst Vergiftungsgefahr besteht. Aber auch Seile sind nicht ungefährlich, da sich die Vögel darin verfangen und beim Befreiungsversuch verletzen oder sogar strangulieren können. Das ständige Verschlucken von Fasern (z. B. Sisal) reizt außerdem den Kropf und kann zu Kropfentzündungen führen.

Zum Schlafen wird erfahrungsgemäß die Stange bzw. Sitzgelegenheit genutzt, die am höchsten ist, da sich Sperlingspapageien dort am sichersten fühlen, weil sie vom höchsten Punkt den besten Überblick haben. Wenn Schlafhäuschen* angeboten werden, dann sollten diese ohne Boden sein, da sie sonst mit einer Bruthöhle verwechselt werden könnten.

Sperlingspapageien und natürlich auch andere Vögel lieben frische Äste, die sie nach Herzenslust schreddern können. Da diese aber meistens von draußen kommen muss sehr genau darauf geachtet werden, dass kein Vogelkot an den Ästen ist, dass die Äste nicht gedüngt/gespritzt wurden. Bevor die Äaste von draußen den Vögeln gegeben werden, müssen sie heiß und gründlich abgebraust und abgebürstet werden. Ich muss leider beichten, dass wir zu große Angst haben, dass an den Ästen etwas dran sein könnte und haben deshalb Wilma und Freddy noch nie Äste von draußen angeboten.

Das Spielzeug und die Sitzstangen sollten immer so angebracht werden, dass Kot nicht auf anderes Spielzeug, Stangen oder gar das Futter fallen kann.

Sperlingspapagei im Kletterturm, der zur Käfigeinrichtung gehört
Freddy im Kletterturm

Manche Sperlingspapageien baden auch sehr gerne. Wilma und Freddy gönnen sich z. B. ca. alle 2 – 3 Tage ein Bad. Wir haben es am Anfang mit einem Badehäuschen aus Plastik versucht, aber das wurde nur kritisch beäugt und niemals genutzt, stattdessen quetschen sich die zwei abwechselnd in ihren damals noch kleinen Wassernapf (Ø 7cm). Um den beiden das Baden zu erleichtern haben sie jetzt einen größeren  Wassernapf (Ø 15 cm), der gleichzeitig auch als „Badewanne“ dient.

Die Näpfe und Wechselnäpfe (ein Napfsatz sollte mindestens 24 Stunden durchtrocknen, bevor er wieder verwendet wird) sollten aus Edelstahl sein und ein Mineralstein oder eine Sepiaschale müssen immer zur Verfügung stehen und so am Käfig angebracht sein, dass die Vögel gut drankommen. Wenn der Bodenbelag nicht aus Vogelsand besteht, dann brauchen die Vögel außerdem ständigen Zugang zu Grit, da das harte Körnerfutter sonst nicht verdaut werden kann.

Was gehört nicht in einen Sperlingspapageien-Käfig?

Zunächst einmal sollten, wie am Anfang schon kurz angesprochen, die eventuell mitgelieferten Plastikstangen entsorgt werden, da diese durch die immer gleiche Dicke den Füßen schaden und (Sperlings-)Papageienschnäbel sehr stark sind und auch Plastikstangen zerbeißen können. Die Papageien können sich dann an den scharfen Plastikbruchkanten schwer verletzen. Aus diesem Grund sollte auch das Papageienspielzeug niemals aus Plastik sein!

Plastikvögel oder Spiegel haben im Käfig grundsätzlich nichts zu suchen, da diese als Partnerersatz angesehen werden. Der echte Vogel leidet durch das seltsame, nicht artgerechte Verhalten des falschen Vogels bzw. des Spiegelbildes, was zu Verhaltensstörungen und auch Kropfentzündungen führt, da er ständig Futter hochwürgt und versucht den vermeintlichen Partner zu füttern.

Die Sitzstangen oder der Käfigboden dürfen nicht mit Sandpapier überzogen bzw. bedeckt sein, da dieses Material nicht die Krallen abwetzt, sondern stattdessen die empfindlichen Füße dauerhaft reizt und die Wunden, die dadurch entstehen nur sehr schlecht heilen können. Bei abwechslungsreicher Belastung und genügend Bewegung wetzen sich die Krallen normalerweise von ganz alleine ab. Bei übermäßigem Krallenwachstum sollte ein vogelkundiger Tierarzt zurate gezogen werden, welcher dann die Ursachen klärt.

Der Käfigboden

Der Käfigboden ist laut den Mindestanforderungen an die Haltung von Papageien (10. Januar 1995)

mit Sand, Hobelspänen von unbehandeltem Holz, Holzgranulat, Rindenmulch o. ä. geeignetem Material abzudecken und möglichst einmal wöchentlich zu reinigen.

Sperlingspapageien und die Einstreu aus Buchenholzgranulat und Rinde
Wilma und Freddy lieben ihren neuen Bodenbelag

Hier muss ich beichten, dass wir bis vor kurzem über dem Käfigboden das mitgelieferte Gitter hatten und nur unter die Näpfe Küchenpapier legten, damit die Körner nicht direkt durch das Gitter fallen. Die beiden hatten zwar auch viel Spaß dabei in den heruntergefallenen Körnern zu scharren, aber wenn ich jetzt sehe, mit welcher Freude sie auf dem Käfigboden herumturnen und mit den Holzstückchen spielen, habe ich ein richtig schlechtes Gewissen 🙁 Der Bodenbelag besteht nun aus einem größeren Teil Buchenholzgranulat (Medium)* und einem kleinen Teil Buchenholzgranulat XXL. Der Belag wurde gut angenommen und wird sehr gerne geknabbert. Wilma und Freddy sind damit auf jeden Fall glücklich 🙂 Den Rindenmulch haben wir wieder rausgenommen, nachdem ich in einer Facebook-Papageiengruppe darauf aufmerksam gemacht wurde, dass Rindenmulch schnell verpilzt. Nochmals danke für den Hinweis!


Hier das wichtigste nochmal kurz zusammengefasst:

  • Käfigeinrichtung: Stangen und Spielzeug aus Naturholz oder Holz, das mit Lebensmittelfarbe gefärbt wurde sowie Seile; das Spielzeug sollte so konzipiert sein, dass die Vögel sich darin nicht verfangen und/oder strangulieren können; auch mal in der Nagerabteilung schauen; Schlafstange oder Schlafhäuschen ohne Boden; gründlich gereinigte frischen Äste; Bademöglichkeit; Näpfe und Wechselnäpfe aus Edelstahl; Mineralstein oder Sepiaschale; Napf mit Grit, wenn kein Vogelsand angeboten wird.
  • Das gehört nicht in den Käfig: Plastikstangen und Plastikspielzeug (Verletzungsgefahr!); Plastikvögel oder Spiegel (werden als Partnerersatz angesehen, was zu Verhaltensstörungen führt); Sandpapiersitzstangen oder Bodenbelag aus Sandpapier (führt zu Verletzungen).
  • Bodenbelag: Sand, Hobelspäne (unbehandeltes Holz), Holzgranulat.

 

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2 Gedanken zu “Die Einrichtung des Sperlingspapageien-Käfigs”