Zwei Sperlingspapageien, die in ihrem Käfig sitzen und entspannen

Der Sperlingspapageien-Käfig

Sperlingspapageien sind zwar sehr klein, haben aber ein großes Ego und brauchen für ihre Größe viiiiel Platz. Aus diesem Grund sind die meisten Vogelkäfige, die man in Zoohandlungen kaufen kann, schlichtweg zu klein für die feurigen Südamerikaner. Wie sollte ein Käfig für Sperlingspapageien nun aber beschaffen sein? Googelt man nach „Vogelkäfig“ wird man schier erschlagen von den vielen verschiedenen Farben, Formen und Materialien, aus denen die Käfige bestehen. Ein Vogelkäfig sollte niemals nach dem Aussehen gekauft werden, denn was schön aussieht ist noch lange nicht gut für Sperlingspapageien und andere Vögel. Das beste Beispiel hierfür ist der „klassische“ runde Vogelkäfig, der für die Vögel einfach nur Stress bedeutet…

Zwei Sperlingspapageien, die in ihrem Käfig sitzen und entspannen
Wilma und Freddy in ihrem Käfig

Welche Größe und Form sollte ein Sperlingspapageien-Käfig haben?

Laut den Mindestanforderungen an die Haltung von Papageien (10. Januar 1995) des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sollte der Sperlingspapageien-Käfig sollte für ein (!) Pärchen mindestens 1,0 m x 0,5 m x 0,5 m (BxHxT) groß sein. Für jedes weitere Pärchen, das den Käfig oder die Voliere bewohnen soll, muss die Grundfläche um 50% vergrößert werden. Bei dieser Empfehlung wird übrigens davon ausgegangen, dass die Tiere keinen Freiflug bekommen… Aber auch bei einem Käfig mit diesen Mindestmaßen sollten Sperlingspapageien trotzdem mehrere Stunden Freiflug pro Tag bekommen – oder zumindest die Möglichkeit dazu, da sie sonst schnell einen „Käfigkoller“ bekommen und dick werden.

Transportkäfige, die nur vorübergehend genutzt werden können natürlich kleiner sein. Urlaubsunterbringungs-, Kranken- und Quarantänekäfige sollten aber in etwa die Mindestgröße haben.

Ein Vogelkäfig (egal für welche Vogelart) muss prinzipiell mindestens 80 cm über dem Boden aufgestellt werden, d.h. er darf niemals direkt auf den Boden stehen, da Sperlingspapageien den Raum im Blick haben wollen. Das gilt natürlich nicht für Volieren, die zimerhoch sind – solche Volieren sollten dann allerdings auch eine entsprechende Breite haben.

Ideale Form eines Vogelkäfigs

Neben den oben genannten Mindestmaße sollte der Vogelkäfig vor allem länger als hoch sein, da Vögel ja zur Seite fliegen und nicht senkrecht nach oben wie ein Helikopter. In einem Käfig, der höher ist als breit wird außerdem die natürliche  Bewegungsrichtung der Vögel eingeschränkt: Statt horizontal zu fliegen bewegen sich die Vögel in diesen Käfigen nur hüpfend von oben nach unten. Turmartige Käfige sind also ungeeignet, obwohl sie meist recht groß erscheinen.

Tierschutzwidriger runder Vogelkäfig
Tierschutzwidriger runder Vogelkäfig – Quelle: pixabay.com

Tierschutzwidrige Rundkäfige

Runde Käfige oder auch achteckige Käfige sind im Merkblatt Nr. 62 der Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. als Tierschutzwidriges Zubehör in der Heimtierhaltung aufgeführt. Bei diesen Käfigen sind die Vögel nämlich nicht nur wie bei Turmkäfigen in ihren natürlichen Bewegungsabläufen eingeschränkt, sondern es kommt noch Stress hinzu, da die Käfigecken fehlen, die den Vögeln als Orientierungspunkte und Rückzugsort dienen.

Die Gitterstäbe für Sperlingspapageien und andere kleine Vögel

Der Abstand der Gitterstäbe sollte bei Sperlingspapageien und anderen kleinen Vögel ca. 13 mm betragen, da diese sich sonst einklemmen und ernsthaft verletzen können.

Bei der Frage, ob die Gitterstäbe senkrecht oder quer sein sollen scheiden sich die Geister. Fakt ist aber, dass Sperlingspapageien sehr gerne klettern und sich an Gitterstäben, die quer sind, einfach besser festhalten können und somit auch das Verletzungsrisiko geringer ist. Vor allem unsere Wilma, der leider eine Kralle fehlt, hätte mit senkrechten Gitterstäben sicherlich Probleme. In den oben verlinkten Mindestanforderungen an die Haltung von Papageien (10. Januar 1995) des heißt es dazu:

Die Vergitterung soll aus Querstäben oder Geflecht bestehen.

Die Gitterstäbe eines Vogelkäfigs sollten möglichst dunkel sein, weil weiße oder glänzende Gitter den Vögeln als ständiges Flimmern erscheinen und Vögel besser durch dunkle Gitter schauen können als durch helle. Das ist vergleichbar mit Fliegengittern: Die Dunklen ermöglichen eine bessere Sicht nach draußen als die Hellen.

Grundsätzliches zum Material eines Vogelkäfigs – Achtung Vergiftungsgefahr!

Was das Käfigmaterial betrifft ist ebenfalls Vorsicht geboten. Kunststoffüberzogene oder lackierte Gitterstäbe sollten bei Papageien grundsätzlich nicht zum Einsatz kommen, da diese die Beschichtungen mit ihren Schnäbeln einfach abgeknabbern und schlucken, was dann zu Zinkvergiftungen oder Vergiftungen durch Schwermetallen führt.  Im verlinkten Beitrag heißt es dazu:

Als Vergiftungsquellen in Frage kommen […] folgende Materialien und Gegenstände:  Feuerverzinkte Volierengitter mit so genannten Zinknasen (nach dem Eintauchen in flüssigem Zink auf den Gittern verbleibende metallische Abtropfspuren), durch  Säuren (liegen gebliebene Obstreste) oder Wasser (Bad, Dusche, Tränk- oder Futterbehälter) angegriffene verzinkte Oberflächen, galvanisierte Käfiggitter oder verzinkter Maschendraht, metallische Futter- oder Wassernäpfe, Haken, Ringe, Karabiner oder andere Aufhängungen für Futter, Spielzeug und Kletterobjekte, zum Spielen angebotene ungeeignete Gegenstände (z.B. Münzen, Ketten, Miniatur-Spiegel in entsprechenden Fassungen), Wandanstriche mit Zinkverbindungen und anderes mehr.

Unbedenklich in dieser Hinsicht sind eigentlich nur Edelstahl-Käfige. Diese kosten aber meist mehrere tausend Euro – allerdings ist dies dann eine Anschaffung fürs Leben, da Edelstahlkäfige quasi unverwüstlich sind.

Die Vogelkäfige von Montana sind laut Herstellerangaben:

nicht verzinkt und hergestellt mit der unbedenklichen AVILON® Pluverbeschichtung +ungiftig+ Eingebrannt bei 220°C.

Wilma und Freddy bewohnen nun schon seit ca. vier Jahren den Montana Madeira III – Antik-Käfig* und bisher konnten wir noch keine Abnutzungserscheinungen oder sonst etwas Negatives feststellen. Eine Alternative zum Madeira III wäre z.B. der Montana New Madeira Double* mit einer Länge von 1,65 cm und der Möglichkeit in der Mitte eine Trennwand anzubringen 🙂
Und bevor es zu Missverständnissen kommt: Der „Kasten“ links ist an zwei Seiten und unten offen – also kein Nistkasten, sondern ein Schlafhäuschen*, das allerdings nur tagsüber als Aufenthaltsort aufgesucht wird – geschlafen wird auf der höchsten Stange 😉

Großer Käfig (Montana Madeira III) für zwei Sperlingspapageien
Montana Madeira III – Antik-Käfig für zwei Sperlingspapageien (die Anbringung der Tageslichtlampe sollte allerdings waagrecht sein und das Licht von oben kommen und nicht senkrecht – wir haben das inzwischen auch geändert)

Hier das wichtigste nochmal kurz zusammengefasst:

  • Käfig-Mindestgröße (Sperlingspapageien): 1,0 m x 0,5 m x 0,5 m (BxHxT) für ein Pärchen, bei jedem weiteren Pärchen muss die Grundfläche um 50% vergrößert werden.
  • Aufstellhöhe (alle Vögel): Mindestens 80 cm über dem Boden.
  • Käfigform (alle Vögel): immer breiter als hoch und niemals(!) rund oder achteckig.
  • Gitterabstand (Sperlingspapageien): 13mm.
  • Gitterrichtung (alle Vögel): Querstäbe oder Geflecht.
  • Gitterfarbe (alle Vögel): möglichst dunkel, nicht weiß.
  • Gittermaterial (alle Vögel): idealerweise Edelstahl, alternativ eine ungiftige Pulverbeschichtung, niemals kunststoffüberzogene oder lackierte Gitterstäbe.

Wie es weitergeht? Na mit der Käfigeinrichtung

 

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