Sperlingspapageien brüten ungewollt – und nun?

Viele angehende Sperlingspapageienhalter scheuen sich aus Angst vor ungewolltem Brüten der Sperlingspapageien ein gegengeschlechtliches Pärchen zuzulegen. Dabei kann man mit Wissen um die Brutgewohnheiten und einer entsprechenden brutunfreundlichen Umgebung meistens verhindern, dass es überhaupt zur Eiablage kommt – obwohl die Sperlingspapageien sich begattet haben. Wie das geht und was man im Falle einer ungewollten Eiablage machen kann, darum geht es in diesem Artikel.

Brut bei Sperlingspapageien verhindern

Damit es überhaupt nicht erst zur Brut kommt, ist es wichtig zu wissen, dass Sperlingspapageien Höhlenbrüter sind. D.h., dass sie eine Höhle für die Aufzucht des Nachwuchses bevorzugen. Da die wenigsten Innenräume über eine Höhle verfügen, nehmen die Sperlingspapageien aber auch gerne etwas höhlenartiges, wie zum Beispiel Brut- und Nistkästen, die aus Unwissenheit zum Schlafen bereitgestellt werden, große Korkröhren, Bücherregale usw. Sperlingspapageien können da sehr kreativ werden… Manche legewütigen Sperlingspapageien-Weibchen verzichten aber auch auf den Schutz einer Höhle und legen ihre Eier einfach auf den Käfig– bzw. Volierenboden.

Ein weiterer Faktor, der die Brut begünstigt, ist ein sehr reichhaltiges Futterangebot aus vielen fettigen Samen (Sonnenblumenkerne, Hanfsamen, Kadisaat), Eifutter und/oder Keimfutter/Quellfutter (hier besteht allerdings sowieso eine hohe Pilz- und Schimmelgefahr, weshalb dieses selten und nur unter absolut hygienischen Bedingungen verfüttert werden sollten). Gebrütet wird nämlich nur, wenn die Versorgung des Nachwuchses durch ein reichhaltiges Futterangebot sichergestellt ist. Um die Brut zu verhindern sollte das Nahrungsangebot deshalb ausgewogen aber nicht übermäßig sein.

Auch viel Licht und hohe Temperaturen können die Brut begünstigen. Sollten die Vögel in Brutstimmung kommen, dann kann man auch durch eine Verkürzung der Beleuchtungsdauer und einer niedrigeren Temperatur einer Eiablage entgegensteuern, da dadurch eine brutungünstige Jahreszeit vorgegaukelt wird.

Sperlingspapageien haben Eier gelegt

Falls es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch zu Eiablage gekommen ist, ist es wichtig zu wissen, dass die Eier niemals ersatzlos entfernt werden dürfen. Das Weibchen legt ansonsten immer weiter, da das Gelege eine bestimmte Anzahl an Eiern haben muss. Bei Sperlingspapageien sind das – je nach Artvier bis acht Eier, die im Abstand von 36 bis 48 Stunden gelegt und ab dem zweiten Ei 19 bis 23 Tage bebrütet werden. Entfernt man die Eier nur, dann legt das Weibchen immer weiter. Das ist für das Weibchen sehr kräftezehrend und bei Kalziummangel kann es auch schnell zur Legenot kommt, die unbehandelt tödlich sein kann. Aus diesem Grund sollte man darauf achten, dass das Weibchen gut mit Kalzium versorgt wird, wenn es Eier legt!

Damit das Weibchen “brüten” kann, aber keine Küken schlüpfen, lassen sich die Eier durch die folgenden Methoden unfruchtbar machen:

Eier abkochen

Hierfür werden die Eier ein paar Minuten in kochendes Wasser gegeben. Nach dem Abkühlen (!) werden die abgekochten Eier markiert und wieder zurückgelegt.

Eier durch Gips- oder Plastikeier ersetzen

Bei dieser Methode werden die befruchteten Eier entfernt und durch Gips- oder Plastikeier ersetzt. Da es keine Kunsteier speziell für Sperlingspapageien gibt, lassen sich auch Wellensittich-Kunsteier verwenden, da diese die gleiche Größe und Farbe haben.

Weitere Methoden, die auch oft genannt werden, um Eier unfruchtbar zu machen, sind das Schütteln und Anstechen. Diese Methoden sind aber nicht so sicher wie das Abkochen und Ersetzen durch Gips- oder Plastikeier:

Eier schütteln

Um die Eier unfruchtbar zu machen, können diese auch gut durchgeschüttelt werden. Anschließend werden die geschüttelten Eier markiert und wieder zurückgelegt.

Eier anstechen

Die Eier können auch unfruchtbar gemacht werden, indem mit einer Stecknadel ein Loch in diese hineingestochen wird. Wichtig hierbei ist, dass Luft in das Ei hineingelangt. Die angestochenen Eier werden auch wieder markiert und zurückgelegt.

Damit die unfruchtbar gemachten Eier nicht mit den befruchteten Eiern bzw. Gips-/Plastikeiern verwechselt werden, sollten diese immer gekennzeichnet bzw. markiert werden. Hier reicht beispielsweise schon ein Punkt oder ein Kreuz mit einem Edding. Wichtig ist, dass man mit einem Blick sehen kann, welche Eier schon ausgetauscht oder behandelt wurden…

Da der Geruchssinn bei Vögeln nicht besonders gut ausgeprägt ist, besteht übrigens auch keine Gefahr, dass die zurückgelegten Eier bzw. Kunsteier aufgrund des anderen Geruchs nicht mehr akzeptiert werden.

Die “Brutzeit”

Nachdem alle Eier ausgetauscht bzw. unfruchtbar gemacht wurden, heißt es die Dauer der Brutzeit abzuwarten. Je nach Art sind das 19 bis 23 Tage. Wichtig zu wissen ist, dass die Brutzeit erst ab dem letzten gelegten Ei gezählt wird! Wenn die Brutzeit überschritten ist und keine Küken schlüpfen, dann verliert das Weibchen von ganz alleine das Interesse am Gelege. Wenn das Weibchen dann das Nest verlässt, dann können die Eier samt Nest entfernt werden.

Haben deine Vögel schon mal ungewollt Eier gelegt und falls ja, was hast du dann gemacht? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen!


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