neugierige Blaugenick-Sperlingspapageien

Haltung von Sperlingspapageien: Übersicht

Die Haltung von Sperlingspapageien ist zwar relativ unkompliziert, allerdings sollte man sich VOR der Anschaffung der kleinen Lebewesen dringend diese Fragen stellen:

Habe ich genügend Zeit, Platz und auch Geld, um Sperlingspapageien artgerecht zu halten? Leidet ein Familienmitglied bzw. ein Mitbewohner an einer Vogelstauballergie? Wer versorgt die Sperlingspapageien, wenn ich im Urlaub bin?

In diesem Beitrag schildere ich meine Erfahrungen zur Haltung von Sperlingspapageien.

 

Wie viel Zeit benötigt die Haltung von Sperlingspapageien?

Sperlingspapageien kommen in Paar- oder Kleinschwarm-Haltung eigentlich gut und ohne viel menschliche Zuwendung aus, allerdings finden Wilma und Freddy es auch ganz toll, wenn wir mit ihnen spreche, ihnen was zu schreddern gebe oder einfach nur da sind, damit sie unsbeobachten können. Manche Dinge müssen allerdings täglich gemacht werden, wie der morgendliche Futterwechsel samt Napfsäuberung, was bei mir etwa 10 Minuten in Anspruch nimmt (Kiwireste können ganz schön hartnäckig sein…). Die Näpfe müssen nach der Säuberung ca. 24 Stunden durchtrocknen können. Aus diesem Grund benötigt man immer noch einen Satz Wechselnäpfe.

Kleine Malheure wie Obstreste oder Kothäufchen entferne ich mit einem feuchten Lappen oder einem angefeuchteten Zewa. Federn und Körnerreste, die sich im Laufe des Tages um den Käfig sammeln (ja, die kleinen Tierchen machen ordentlich Dreck) sauge ich entweder mit einem Handstaubsauger oder einem normalen Staubsauger weg. Wilma und Freddy mögen den großen Staubsauger nicht, deshalb versuche ich möglichst den Handstaubsauger zu nehmen. Mindestens einmal in der Woche sollte auch der Käfig mit einem sauberen Lappen und Essigwasser gründlich gereinigt werden, was bei mir samt Auswechlung des Bodenbelags ca. eine Stunde in Anspruch nimmt.

Wenn wir zuhause sind, dann ist auch der Käfig offen, sodass die beiden kleinen Sperlingspapageien in Ruhe fliegen, klettern und schreddern können und wir außerdem schnell eingreifen können, wenn Freddy sich mal verfliegt oder ungünstig landet (Wilma ist eher ein Kletterer während Freddy auch gerne mal ein paar Runden mehr dreht). Da der Käfig im Arbeitszimmer steht und dieses durch einen Durchgang mit dem Wohnzimmer verbunden ist, haben wir die kleinen Vögel stets im Blick.

 

Wie viel Platz benötigt man für die Haltung von Sperlingspapageien?

Neben dem Platz für einem entsprechend großem Käfig (mindestens 1,0m B x 0,5m H x 0,5m T aber eher größer) brauchen Sperlingspapageien bei der Zimmer-Haltung auch im Raum selbst etwas Platz, damit sie dort ihre täglichen Runden drehen können. Sperlingspapageien sind gute Flieger, die auch gerne mal in der Luft Haken schlagen oder knapp über dem Kopf fliegen. Das ist am Anfang etwas seltsam, aber man gewöhnt sich daran

Spiel- und Knabbermöglichkeiten innerhalb und außerhalb des Käfigs werden gerne genutzt, um dem Nagetrieb nachzukommen. Da wir außer den Schreibtischen, einem Regal, ein paar Bildern und Gardinen samt Stangen nichts im Arbeits-/Vogelzimmer stehen haben, ist die Gefahr, dass die beiden Sperlingspapageien dort etwas kaputt machen zum Glück eher gering. In die Zimmerecke mit dem Käfig haben wir noch eine Vogelschaukel gehängt und neben dem Käfig hängt ein Vogelspielplatz. Beides wird von Wilma und Freddy gerne zum Klettern oder Beobachten genutzt, sie putzen sich dort aber auch, kuscheln und entspannen sich dort.

Viel Platz braucht man für die Haltung von Sperlingspapageien also nicht, aber da die kleinen Kobolde gerne den ganzen Raum nutzen, sollte man diesen auf jeden Fall vogelsicher machen und nichts im Zimmer haben, was nicht kaputtgehen darf. Einfacher ausgedrückt: Alles raus, was wichtig ist! Außerdem sollte man bei der Haltung von Sperlingspapageien darauf achten, dass man keine Höhle oder etwas höhlenartiges anbieten (das kann schon eine Lücke im Bücherregal sein), da es sonst passieren kann, dass das Weibchen anfängt zu brüten. Die Zucht sollte man immer erfahrenen Züchtern überlassen bzw. sich vorher gut informieren und in die Thematik einlesen, da dabei sehr viel schiefgehen kann (Legenot, Eltern kümmern sich nicht um die Jungtiere, besondere Ernährung etc.). Weil ich es so oft gelesen habe: Nur weil die Sperlingspapageien sich begatten heißt das nicht automatisch, dass die Henne demnächst Eier legt. Wenn – wie gesagt – kein Nistkasten und nichts höhlenartiges zur Verfügung steht, dann fängt die Henne auch nicht an zu brüten!

 

Blaugenick-Sperlingspapageien
Blaugenick Sperlingspapageien

 

Wie viel Geld kostet die Haltung von Sperlingspapageien?

Die Anschaffungskosten für Sperlingspapageien richten sich nach der Art, der Farbe und ob man die Tiere bei einem Züchter oder in einer der wenigen Zoohandlungen, die Sperlingspapageien anbieten, kauft. Da ich schon länger keine Sperlingspapageien in Zoohandlungen gesehen habe, kann ich nicht sagen, ob diese dort überhaupt noch angeboten werden. Die Preise reichen von 30 bis ca. 300 € pro Paar.

Sollte man sich für Tiere aus einer (Hobby-)Zucht oder Kleinanzeigen entscheiden, ist es sinnvoll direkt nach dem Erwerb einen vogelkundigen Tierarzt aufzusuchen, der einen Eingangscheck macht (meinen Recherchen ergaben ca. 100 € pro Vögel). Wir wussten das mit dem Eingangscheck nicht und beide Papageien kränkelten in den ersten Monaten etwas. Besuche bei diversen Tierärzten (keine vogelkundigen) ergaben natürlich nichts, außer dass Wilma und Freddy Antibiotika verabreicht wurde, was natürlich nichts brachte. Ein vogelkundiger Tierarzt fand schließlich die Ursache (Spulwürmer) und die stationäre, mehrere Tage dauernde Entwurmung war zum Glück erfolgreich. Lange Rede, kurzer Sinn: Ein Eingangscheck macht durchaus Sinn und spart viel Nerven und Kraft! Wenn man mit dem Gedanken spielt Sperlingspapageien zu halten, dann sollte man sich auch vorher erkundigen, wo der nächste vogelkundige Tierarzt ist und ob man bereit ist auch lange Anfahrtswege auf sich zu nehmen, wenn die Entfernung sehr groß ist.

Ganz am Anfang der Haltung von Sperlingspapageien sollte man außerdem in einen guten, großen Käfig investieren (ca. 100 – 300 € – je nach Größe). Wilma und Freddy haben den Montana Madeira III – Antik-Käfig* und könne darin sogar etwas fliegen. Diese einmalige Anschaffung ist dann zwar etwas teuer als die Standardkäfige aus der Zoohandlung, lohnen sich aber, da der Verschleiß sehr gering ist und die Käfige qualitativ sehr hochwertig sind. Und da man früher oder später sowieso einen anständigen Käfig braucht, kann man auch gleich einen guten kaufen. Natürlich muss so ein Käfig dann auch noch mit Sitzstangen, Seilen und anderem Spielzeug eingerichtet werden. Auch Futter- und Trinknäpfe samt Wechselnäpfe (am besten aus Edelstahl) müssen angeschafft werden. Eine weitere Anschaffung wäre eine Grundbeleuchtung mit UV-Licht und eine spezielle flimmerfreie Sonnenlicht-Lampe, in deren Licht sich die kleinen Vögel sonnen können und Geräte, um das Raumklima bzw. die Luftfeuchtigkeit zu regulieren und zu überwachen, was bei Tropenvögeln besonders im Winter wichtig ist.

Die fixen Ausgaben für das Sperlingspapageienfutter betragen bei uns pro Monat rund 30 Euro (Sperlingspapageien-Körnerfutter, frisches Obst/Gemüse (Wilma und Freddy bevorzugen Karotten, Gurken und Kiwi mit viiiiiielen Kernen 😉 ), Einstreu und ab und zu ein neues Spielzeug/eine neue Sitzstange).

Außerdem sollte man auch immer etwas für eventuelle Tierarztbesuche, die bei ernsthaften Erkrankungen gerne mal mit mehreren hundert Euro zu Buche schlagen und jährliche Checks einplanen bzw. zurücklegen.

Und ab und zu gönnen wir den Sperlingspapageien dann auch noch neues Spielzeug bzw. ersetzen altes, was – je nach Anzahl und Art des Spielzeugs (bitte kein Plastik und vor allem keine Spiegel oder Plastikvögel!) – auch schnell teuer werden kann.

Insgesamt kann man sagen, dass die monatlichen Fixkosten für die Haltung von Sperlingspapageien nicht besonders hoch sind, aber am Anfang (Anschaffungskosten, Eingangscheck, Käfig und Käfigausstattung) oder wenn ein oder mehrere Tiere zum Tierarzt müssen viele Kosten auf einem zukommen können.

 

Wer kümmert sich um die Sperlingspapageien, wenn man im Urlaub ist?

Das kommt natürlich auf die individuelle Lebenssituation an. In unserem Fall haben wir keine Verwandte in der Nähe, die das übernehmen könnten. Zum Glück verstehen wir uns aber sehr gut mit unseren Nachbarn und trauten diesen auch die Versorgung der Sperlingspapageien zu, als wir im Urlaub waren. Hat wunderbar funktioniert 🙂

Es gibt allerdings auch Tierpensionen und manche Tierarztpraxen bieten ebenfalls eine Urlaubsbetreuung an. Nachteil: Die Tiere sind nicht ihrem gewohnten Umfeld, was natürlich ein großer Stressfaktor darstellt.


Puh, das ist jetzt doch etwas länger geworden als gedacht. In diesem Beitrag habe ich auch schon ganz viele Themen zur Haltung von Sperlingspapageien angesprochen und vielleicht auch das eine oder andere vergessen. Falls ich noch etwas ergänzen soll: Ab in die Kommentare damit!

Zu den einzelnen Aspekten (z.B. Zimmer vogelsicher machen, Käfig einrichten usw.) werde ich nach und nach auch noch eigene ausführliche Beiträge verfassen und diese entsprechend hier verlinken. Dranbleiben lohnt sich! 🙂

Es ist unglaublich, wie oft man in Erfahrungsberichten oder Foren von Sperlingspapageien-Spontankäufen liest, weil die Sperlingspapageien ja „so goldig“ aussahen. Ja, das tun sie – wenn sie rumsitzen und süß gucken. Sie können aber auch anders und dann zerstören sie alles, was in ihrer Reichweite ist: Möbel, Bücher, Gardinen, Tapeten, Kabel, wichtige Unterlagen. Und sie können auch schreien. Und beißen. Und streiten. Laut und heftig streiten. Und manchmal werden sie auch nicht zahm.

Und trotzdem sind Sperlingspapageien für mich die besten Haustiere, die ich mir vorstellen kann 🙂

 

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